{"id":43,"date":"2015-10-01T20:49:22","date_gmt":"2015-10-01T18:49:22","guid":{"rendered":"https:\/\/test.feuerwehr-sevelen.de\/?p=43"},"modified":"2023-09-12T21:10:10","modified_gmt":"2023-09-12T19:10:10","slug":"friedrich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.feuerwehr-sevelen.de\/?p=43","title":{"rendered":"Wie starb Friedrich?"},"content":{"rendered":"<div class=\"item-page\">\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Wie starb &#8222;Friedrich&#8220;?<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Da die Feuerwehren zumeist sehr unmittelbar mit dem Schrecken und Leiden eines Vekehrsunfalles konfrontiert werden, m\u00f6chten wir an dieser Stelle \u00fcber die gesamte Dramatik und auch die Grausamkeit eines Unfalles berichten. Besonders ansprechen wollen wir unsere jugendlichen Mitb\u00fcrger im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Denn auf diese entfallen nicht weniger als 48 Prozent aller Verkehrsunf\u00e4lle mit Personenschaden. Die h\u00e4ufigste Unfallursache ist \u00fcberh\u00f6hte Geschwindigkeit; bei einem Drittel aller F\u00e4lle ist Alkohol im Spiel. An einem Freitag ereignen sich statistisch gesehen die meisten Unf\u00e4lle mit Sachsch\u00e4den, &#8222;todsicher&#8220; &#8211; im traurigsten Sinne des Wortes &#8211; ist man an einem Samstag zwischen 15 und 21 Uhr unterwegs. Der &#8222;Hauptdarsteller&#8220; hei\u00dft Friedrich, doch genauso gut k\u00f6nnte er anders hei\u00dfen &#8211; vielleicht genauso wie &#8230;?<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sekunde Null<\/strong><\/span><br \/>\nFriedrich f\u00e4hrt 90 km\/h. Sein Auto wiegt 1.200 kg. Bei diesem Tempo stecken im Auto 38.226 kg Translationsenergie (nach vorne in Fahrtrichtung strebende Wucht). Das entspricht der Wucht einer aus 2.000 Meter H\u00f6he abgeworfenen 250 kg Bombe, die mit einer Kraft (Gewicht) von 100 bis 300 Megapond (1 Megapond=1.000 kg) auf hartes Pflaster knallen w\u00fcrde. Friedrich tut von sich aus noch 2.230 kg Energie hinzu, weil er 70 kg wiegt und auch 90 km\/h f\u00e4hrt. Soeben f\u00e4hrt er gegen einen Baum.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sekunde 0,1<\/strong><\/span><br \/>\nDas Zehntel einer Sekunde ist vorbei. Sto\u00dfstange und K\u00fchlergrill sind eingedr\u00fcckt, die Motorhaube beginnt sich zu kr\u00e4useln. Der Wagen hat etwa 5 km\/h an Fahrt verloren. Friedrich f\u00fchlt sich deutlich nach vorne gedr\u00e4ngt. Neben seinem Gewicht, das mit 70 kg im Polster sitzt, hat er nun auch ein Gewicht nach vorne von 170 kg. Friedrich macht die Beine steif, um dieser Neuigkeit im w\u00f6rtlichen Sinn entgegenzutreten. Und er dr\u00fcckt gegen das Lenkrad, damit es ihn nicht aus dem Sitz hebt. Mit den Beinen stemmt er rund 156 kg ab, mit den Armen stemmt er auch so 30 bis 35 kg. Er h\u00e4tte nie geglaubt, dass er so stark ist, aber es gelang ihm, noch sitzen zu bleiben. Da kommt der zweite, harte Sto\u00df. Noch ehe er sich besinnen kann, ist sie vorbei, die<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sekunde 0,2<\/strong><\/span><br \/>\nDie etwas h\u00e4rteren Teile des Fahrzeuges, Radaufh\u00e4ngung und K\u00fchler, sind soeben am Baum angekommen; die Verbindungen mit dem Wagen rei\u00dfen ab, denn der \u00fcbrige Wagen f\u00e4hrt noch sehr schnell, insbesondere hinten mit dem Kofferraum.Friedrich f\u00fchlt jetzt einen m\u00e4chtigen Schlag auf den Beinen, denn der Teil des Wagens, gegen den er sich mit den F\u00fc\u00dfen stemmt, wurde soeben auf etwa 60 km\/h abgebremst. Mit den Beinen stemmt er 350 bis 420 kg ab. Wollte er jetzt noch sitzen bleiben, m\u00fcsste er mit den Armen 220 kg am Lenkrad abstemmen, aber das schafft er doch nicht. Seine Kniegelenke geben nach, sie brechen einfach knirschend oder springen aus dem Gelenk. Und deutlich sp\u00fcrbare Gewalt zieht ihn mit seinem Gewicht von rund 140 kg auf einer Kreisbahn nach oben in die Ecke der Sonnenblende. Alles in allem verteilt Friedrich zurzeit insgesamt 413 kg Eigengewicht auf seine Gliedma\u00dfen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sekunde 0,3<\/strong><\/span><br \/>\nFriedrich hat jetzt ein etwas leichteres Schicksal: Er ist mit Fliegen besch\u00e4ftigt, er ist noch unterwegs zu den Hindernissen. Seine gebrochenen Knie kleben am Armaturenbrett, mit den H\u00e4nden h\u00e4lt er fest das Lenkrad, das sich unter seinem Griff elastisch biegt, und ihn um weitere 5 km\/h abbremst.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sekunde 0,4<\/strong><\/span><br \/>\nFriedrich ist noch immer unterwegs, sein Becken st\u00f6\u00dft gegen den Lenkradkranz. Friedrich ist in diesem Moment nur etwa 100 kg schwer. Die Lenks\u00e4ule biegt sich unmerklich nach oben. Da kommt der furchtbare Moment, indem der schwerste und stabilste Teil des Wagens, der Motor, an den Baum kracht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sekunde 0,5<\/strong><\/span><br \/>\nist soeben vorbei. Motor und Friedrich stehen still. Nur der Kofferraum f\u00e4hrt noch mit 50 oder 60 km\/h. Die Seitenw\u00e4nde des Wagens \u00fcberholen sich selbst. Die Hinterr\u00e4der b\u00e4umen sich hoch auf, zwei drei Meter hoch. Aber der Wagen interessiert uns jetzt nicht: Was ist mit Friedrich in dieser Zeit passiert? Friedrich kam im Verlauf einer Zehntelsekunde zum Stillstand. Sein Gewicht wuchs auf 973 kg an. Mit dieser erbarmungslosen Gewalt wurde er auf die Lenks\u00e4ule geschleudert. Das Lenkrad, an dem er sich noch immer fest hielt, brach unter dieser Sto\u00dfkraft zusammen wie ein morsches Brezel. Mit der Kraft von rund 870 bis 920 kg (je nach St\u00e4rke des Volants) dringt die Lenks\u00e4ule als stumpfe Lanze in seine Brust. Gleichzeitig rammt der Kopf mit einem bet\u00e4ubenden Schlag die Windschutzscheibe. H\u00e4tte sich Friedrich nicht mit so \u00fcbermenschlicher Kraft am Lenkrad fest gehalten, dann w\u00fcrde er vielleicht auch 1.300 kg schwer geworden sein, in diesem Moment. Und dabei w\u00e4ren ihm die festgeschn\u00fcrten Schuhe von den F\u00fc\u00dfen geflogen. Noch eine oder zwei Zehntelsekunden, dann ist Friedrich tot. Nach sieben Zehntelsekunden steht der Wagen still. Das Ungl\u00fcck ist vorbei. Sagen sie einmal &#8222;einundzwanzig&#8220;; -das ist eine Sekunde. Und nun sagen sie &#8222;zwanzig&#8220;: Das ist die Zeit in die Ewigkeit f\u00fcr Friedrich gewesen&#8230;<\/p>\n<p>Der Urheber dieses Berichtes konnte leider nicht eruiert werden. Falls jemand glaubt, dass hier gegen Urheberrechte versto\u00dfen werden, bitten wir um eine Mitteilung. Diese Seite wird dann sofort aus dem Web gel\u00f6scht.<br \/>\nMit freundlicher Genehmigung der Kameraden aus Rohrbach, \u00d6sterreich (www.ff-rohrbach.at).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie starb &#8222;Friedrich&#8220;? Da die Feuerwehren zumeist sehr unmittelbar mit dem Schrecken und Leiden eines Vekehrsunfalles konfrontiert werden, m\u00f6chten wir an dieser Stelle \u00fcber die gesamte Dramatik und auch die Grausamkeit eines Unfalles berichten. Besonders ansprechen wollen wir unsere jugendlichen Mitb\u00fcrger im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. 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